GlobalSign Blog

24 Aug 2018

8 Wege, wie kostenlose VPN-Dienste Geld mit Ihnen machen

Spoiler: Ihre Daten sind doch nicht so privat

Sie wollten also Ihre Online-Privatsphäre schützen und haben sich ein kostenloses VPN geholt. Sie verspürten einen Adrenalinschub, als Sie es einschalteten und im Internet zu surfen begannen.

Ihre personenbezogenen Daten waren nicht mehr Ihrem ISP oder DNS-Servern ausgeliefert. Sie dachten, dass Sie der Tracking-Technologie personalisierter Werbung entkommen wären und dass Sie 100% sicher sind.

Nun, du haben Sie falsch gedacht!

"Nichts ist wirklich umsonst" ist ein Sprichwort, das vor allem für kostenlose VPNs gilt. Es stimmt, dass Sie vielleicht nicht direkt etwas zahlen. Aber was Sie vielleicht nicht wissen, ist, dass Sie immer noch mit etwas Wertvollerem bezahlen - Ihren personenbezogenen Daten.

Wie kann das möglich sein? Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie kostenlose VPNs Geld mit Ihnen machen!

1. Sie fügen Cookies, Web Beacons und Pixel ein

Normalerweise ist es toll, wenn einem ein Cookie angeboten wird. Aber nicht, wenn es sich um Browser-Cookies handelt. Diese kleinen Datenpakete können Ihren Browserverlauf verfolgen, ohne dass Sie etwas davon wissen.

Web Beacons ähneln Browser-Cookies, da sie Ihre Internet-Nutzung mithilfe einer durchsichtigen Bilddatei auch verfolgen können.

Tracking Pixel sind Grafiken mit einer Abmessung von 1x1 Pixel, die bei jedem Besuch einer Website oder E-Mail geladen werden und zur Verfolgung bestimmter Aktivitäten verwendet werden.

Was haben diese drei also gemeinsam? Sie verfolgen alle auf irgendeine Weise Ihre Online-Gewohnheiten.

Kostenlose VPNs machen Geld mit Ihnen, indem Sie Werbetreibenden erlauben, diese kleinen Tracker einzufügen, die Informationen über Ihren Browserverlauf sammeln.

2. Sie zeigen Ihnen Werbung

Werbetreibenden Zugriff auf Ihre Daten zu geben ist nicht die einzige Möglichkeit, wie kostenlose VPNs Geld mit Ihnen verdienen. Sie machen auch mehr Geld, indem sie ihre Partner oder Sponsoren Werbung anzeigen lassen, wenn Sie deren Dienst nutzen.

Die meisten Anzeigen sind zwar nicht so aufdringlich, dass sie wirklich störend sind. Aber sie können dennoch das ganze Surferlebnis weniger angenehm machen - ganz zu schweigen davon, dass es nervig ist, wenn Sie zwei- oder dreimal nach unten scrollen müssen, weil sie im Weg sind.

Was den Vogel abschießt, sind diese nicht überspringbaren Pop-up-Anzeigen, bei denen Sie ein paar Sekunden bis zu einer ganzen Minute warten müssen!

3. Sie geben Ihre E-Mail-Adresse an ihre Geschäftspartner weiter

Einige kostenlose VPNs geben Ihre E-Mail-Adresse an ihre Geschäftspartner oder Dritte weiter. Dies stellt ein großes Problem dar, weil Sie nie wissen, wofür Ihre E-Mail-Adresse verwendet werden könnte.

Ransomware, Phishing, Cryptojacking und Spam-E-Mails sind nur einige der Cyber-Bedrohungen, die E-Mails als Angriffsvektor verwenden. Aus diesem Grund sollten Sie niemals zulassen, dass jemand Ihre E-Mails falsch handhabt - auch nicht Ihr kostenloser VPN-Dienst.

4. Sie machen Ihren Computer zu einem Exit Node für zahlende User

Die meisten kostenlosen VPNs bieten auch ein kostenpflichtiges Abonnement für ihren Dienst an. Normalerweise können Sie ihren kostenlosen VPN-Dienst als "Kostprobe" dessen nutzen, was ihr kostenpflichtiger Dienst bietet. Das bedeutet, dass sie mit ihrem kostenpflichtigen Abonnement Geld verdienen und nicht mit ihrem kostenlosen Dienst.

Das Problem tritt auf, wenn ein Unternehmen seinen kostenlosen VPN-Dienst völlig getrennt von seinem kostenpflichtigen Abonnement anbietet. Dies liegt daran, dass sie Zugriff auf Ihr Netzwerk und Ihren Computer verkaufen, wodurch sie diese zu einem Exit Node machen, über den andere (zahlende) User auf das Internet zugreifen können.

Auch wenn dies für den Austausch gegen kostenlose VPN-Dienste nicht so schlecht zu sein scheint, sollten Sie daran denken, dass ein Exit Node zu sein, heißt, dass der gesamte Datenverkehr anderer User - inklusive illegalem Datenverkehr - über Sie läuft. Dies könnte Sie in große Schwierigkeiten bringen und Sie tun es freiwillig auf eigenes Risiko, WÄHREND das Unternehmen Geld mit den zahlenden Usern macht, die Sie als Exit Node verwenden.

5. Sie verkaufen andere gesammelte Daten an ihre Partner oder Dritte

Wenn das kostenlose VPN, das Sie verwenden, seine Partner oder Dritten Sie nicht verfolgen lässt, kann es daran liegen, dass er (Ihr kostenloser VPN-Anbieter) es selbst tut und dann anschließend die Daten verkauft, die er gesammelt hat.

Einige Unternehmen geben zu, dass sie dies tun. Aber Sie sind sich dessen evtl. immer noch nicht bewusst, da die Hinweise dazu in ihrer Datenschutzerklärung versteckt sind - die meist im juristischen Jargon formuliert ist, damit Sie nicht komplett verstehen, auf was Sie sich da einlassen.

6. Sie setzen absichtlich Einschränkungen

Sie erinnern sich an die kostenlosen VPNs, die auch kostenpflichtige Dienste anbieten (#4)? Die Guten sagen Ihnen, dass sie nur eingeschränkte kostenlose Dienste anbieten, in der Hoffnung, dass Sie evtl. auf das kostenpflichtige Abonnement umsteigen (das normalerweise bessere Dienste beinhaltet).

Auf der anderen Seite gibt es solche, die Sie überhaupt nicht warnen. Sie beschränken Ihre Daten, Bandbreite und deaktivieren sogar absichtlich Peer-to-Peer-Verbindungen (inklusive Torrents), um Sie zum Upgrade auf ihren Premium-Service zu bewegen.

7. Sie verwenden Ihre Daten für Marketing- und Werbezwecke

Einige kostenlose VPNs erzählen Ihnen im Voraus, dass sie Ihre Daten für Marketingzwecke verwenden können. Dies stellt eine Gefahr dar, da es bedeutet, dass sie Ihre Daten tatsächlich protokollieren und anhand dieser ermitteln, wie sie Ihnen am besten Anzeigen verkaufen.

Wie unterscheidet sich das von den ersten drei Punkten? Der Unterschied ist die Gerichtsbarkeit - insbesondere die 14-Eyes-Gerichtsbarkeit. Jede VPN-Firma, die in den Ländern unter der 14-Augen-Gerichtsbarkeit ansässig ist, kann von ihrer Regierung oder den zuständigen Behörden dazu gezwungen werden, jegliche Daten, die evtl. in ihren Besitz gelangen, zu speichern und herauszugeben - dazu gehören Ihre personenbezogenen Daten, die sie protokolliert haben.

8. Sie geben Benutzerdaten offen an ihre Marketingpartner weiter

Die vielleicht gefährlichste Aktion, die ein Unternehmen mit kostenlosem VPN machen kann, ist, die Benutzerdaten offen an seine Marketingpartner weiterzugeben. Dies unterscheidet sich dadurch, dass das kostenlose VPN und deren Marketingpartner im Grunde genommen ein und dieselbe Einheit sind, soweit es um Ihre personenbezogenen Daten geht.

Sie sind am gefährlichsten, weil sie Sie unverblümt zu ihren "Kühen" machen, von denen sie die "Milch" Ihrer Daten ernten können. Für diese Unternehmen stehen Ihre Privatsphäre, Ihr Nutzen und Ihre Sicherheit an zweiter Stelle hinter ihrer Geldmacherei.

Fazit

Ich empfehle, kostenlose VPNs nicht zu nutzen. Sie verkaufen/verschenken/teilen Ihre Daten, lassen Dritte Ihren Internetverkehr verfolgen, zeigen Ihnen Werbung und manipulieren Sie sogar, indem Sie absichtlich Einschränkungen setzen. All diese Handlungen bedeuten letztendlich, dass Ihre Privatsphäre nicht so sicher ist, wie Sie dachten.

Wenn Ihr kostenloses VPN Ihre Privatsphäre nicht schützt, warum sollten Sie es dann überhaupt nutzen?

Weitere Informationen zu schlechten VPN-Praktiken finden Sie in meinem ursprünglichen Post: TheBestVPN: How Free VPNs Sell Your Data.

Über den Autor

John Mason ist ein estnischer Analyst/Journalist für Cybersicherheit, der einen MSc der Northumbria University besitzt. In seiner Freizeit macht er gerne (kostenlose und bezahlte) Beratungen und schreibt über Datenschutzfragen, News, Politik und Technologie. Seine Arbeiten wurden in Tripwire, Digital Guardian, Glassdoor, StaySafeOnline und vielen anderen Magazinen veröffentlicht. Seine Website finden Sie hier: JohnCyberMason.com

Hinweis: Dieser Blog Artikel wurde von einem Gastautor geschrieben, um unseren Lesern eine breitere Vielfalt an Inhalten anzubieten. Die in diesem Gastautorenartikel ausgedrückten Meinungen sind nur die des Autors und geben nicht unbedingt die von GlobalSign wieder.

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