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12 Apr 2018

Wie erklärt man 5-Jährigen und 90-Jährigen Cybersicherheit?

Cybersicherheit wird heutzutage immer wichtiger, da laut den neuesten Statistiken jeden Tag mehr als 230.000 neue Malware-Samples veröffentlicht werden. Im ersten Halbjahr 2017 gab es mehr als 319.000 Ransomware-Infektionen im Netz, was einen Anstieg von 137,5% im Vergleich zu 2016 darstellt, wo nur 4.000 Angriffe pro Tag verübt wurden.

Nicht nur große Unternehmen, die online operieren, sehen sich Sicherheitsbedrohungen gegenüber. Jeder, der im Internet surft, ist ein potenzielles Opfer von Cyberkriminellen. Tatsächlich behaupten viele, dass sie sich der Cyberbedrohungen völlig bewusst sind. Aber Umfragen zeigen, dass subjektives Wissen ein schwacher Vorhersagefaktor für höhere Cybersicherheit ist. Zum Beispiel haben zwei Studien, die 2016 von einer Gruppe von Forschern der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) durchgeführt wurden, ergeben, dass 76% der Befragten angaben, sich der Gefahren unbekannter Links in E-Mails bewusst zu sein. Viele von ihnen haben diese aber trotzdem angeklickt. Letztendlich hätte ihr übermäßiges Selbstvertrauen im wirklichen Leben zu Malware auf ihren Computern geführt.

Case Study Image

Der Prozentsatz derjenigen, die auf unbekannte Links klickten, obwohl sie angaben, sich der potenziellen Gefahren bewusst zu sein. Bildquelle: Friedrich-Alexander-Universität

Wenn die Cyberkriminalität sich in ihrem gegenwärtigen Tempo weiterentwickelt, könnte sie leicht zur größten Bedrohung für jeden auf der ganzen Welt werden. Um Sie dabei zu unterstützen, die Risiken möglichst gering zu halten, haben wir einen ziemlich einzigartigen Ansatz gewählt und diesen Leitfaden zur Cybersicherheit für Ihre ganze Familie erstellt.

Insbesondere zeigen wir Ihnen, wie man 5-jährigen Kindern und 90-jährigen Großeltern Cybersicherheit am besten erklärt.

Und es wird eine vergnügliche Herausforderung.

Wie man einem 5-Jährigen Cybersicherheit erklärt

Viele Erwachsene überfordert diese Aufgabe, da Kinder nicht verstehen, was ein Ransomware-Angriff ist und wie er sich auf einen Computer auswirkt. Es ist jedoch sehr empfehlenswert, möglichst früh damit zu beginnen, über Online-Sicherheit zu sprechen, da dann die meisten Kinder damit beginnen, das Internet zu nutzen.

Die größten Cyber-Sicherheitsbedrohungen für Kinder in diesem Alter sind:

  • Links zu bösartigen Websites,
  • Malware,
  • Drive-by-Downloads und
  • Viren.

Wie Sie sehen, sind die Bedrohungen ähnlich denen, die Erwachsene betreffen. Die Art und Weise wie Cyberkriminelle versuchen, an Kinder heranzukommen, ist jedoch ganz anders. Beispielsweise kann ein Erwachsener dazu verleitet werden, irgendeine Software herunterzuladen, während ein Kind dazu gebracht werden kann, auf einen Link zu einer "Fan-Site" mit vielen kostenlosen Medien zu klicken, die Malware enthalten. Das Kind könnte also dazu verleitet werden, sich kostenlose Musik oder Videos zu holen, aber es erkennt möglicherweise nicht, dass es sich stattdessen einen Virus einfängt.

Wie erklärt man einem Kind Cybersicherheit?

Der beste Weg ist, mit ihm darüber zu reden. Erzählen Sie ihm, dass es Leute gibt, die versuchen, andere auszunutzen, indem sie ihre privaten Informationen oder ihr Geld stehlen. Diese Leute setzen dabei evtl. unterschiedliche Methoden ein, um zu bekommen, was sie wollen. Es ist also immer besser, etwas nicht herunterzuladen oder eine Website nicht zu besuchen, wenn es verdächtig aussieht.

"Raten Sie dem Kind, keine Online-Aktivitäten zu machen, die es im wirklichen Leben auch nicht machen würde", sagt Alan Green, ein Experte für Cyber-Sicherheit von AWriter. "Beispielsweise kann man das Annehmen einer Freundschaftsanfrage von einem völlig Fremden und den Beginn einer Unterhaltung mit diesem mit dem Beginn einer Unterhaltung mit einem völlig Fremden auf der Straße vergleichen."

Bringen Sie ihnen folgenden Grundlagen für Internetsicherheit bei:

  • Keinen Namen in einem Passwort verwenden.
  • Keine Apps ohne Erlaubnis installieren.
  • Keine Passwörter teilen, außer mit der Familie.
  • In sozialen Medien nur Personen hinzufügen, die sie kennen.
  • Keine Bilder von Leuten hochladen, ohne dass diese es wissen.

Sagen Sie ihnen, dass das Gefühl von Schutz in Form der Distanz zwischen ihnen und einem Fremden sie dazu verleiten kann, einen Schritt weiter zu gehen. Aber das ist gefährlich. Der Fremde kann einige sehr wichtige Daten stehlen, ohne dass sie es merken. Es ist also besser, keine Beziehungen zu Leuten zu pflegen, die man nicht kennt.

Sicherheitstipps

  • Erstellen Sie bei Bedarf ein E-Mail-Konto für Ihr Kind und überwachen Sie die Nachrichten, die es erhält.
  • Lassen Sie Ihr Kind nur in den üblichen Familienbereichen online Surfen, wo Sie sehen können, was das Kind macht.
  • Verwenden Sie kinderfreundliche Suchmaschinen (Kiddle, KidRex und Safe Search Kids).
  • Überprüfen Sie die Datenschutzeinstellungen in den Geräten, die von Ihren Kindern verwendet werden.
  • Wenn Sie Ihrem Kind aus Sicherheitsgründen ein Mobiltelefon geben müssen, kaufen Sie ein für Kinder ausgelegtes Handy.
  • Stellen Sie den Webbrowser so ein, dass er Popups blockiert und deaktivieren Sie Java.

Wie man einem 90-Jährigen Cybersicherheit erklärt

Der Anteil der Senioren, die das Internet nutzen, ist in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen. Laut den Daten des Pew Research Center haben 2000 nur 14 Prozent der US-amerikanischen Senioren ab 65 Jahren regelmäßig im Internet gesurft.

2017 war der Anteil älterer Internetnutzer jedoch auf 67 Prozent gestiegen, was einen deutlichen Anstieg darstellt.

Senior use of computers study

Anteil der US-amerikanischen Erwachsenen ab 65 Jahren, die das Internet nutzten. Quelle: Pew Research Center

Ältere Erwachsene lernten erst später als jüngere Generationen, wie man mit Technologie umgeht, da sie in der Schule keine Computer hatten. Daher wurden sie nicht ausreichend in Cybersicherheit geschult. Infolgedessen haben viele von ihnen keine Ahnung, dass Kriminelle versuchen, ihre persönlichen oder finanziellen Daten zu erhalten.

Da Senioren jedoch zunehmend digitale Medien für ihre Zwecke zu nutzen wissen, muss man ihnen erklären, wie man online sicher ist. Einige Regierungen haben sogar spezielle Websites eingerichtet, die Senioren die Informationen liefern, die sie benötigen.

Wenn Sie einem Senioren Cybersicherheit erklären, sollte dies folgende Botschaften enthalten:

  • Das Internet ist kein sicherer Ort, da jeder Computer ein einfaches Ziel für Cyberkriminelle sein kann.
  • Unsichere Websites, die kein Sicherheitszertifikat haben, sollten vermieden werden. Achten Sie auf HTTPS am Anfang der URL.
  • Eine E-Mail von einer unbekannten Quelle sollte nicht geöffnet werden.
  • Eine Antivirensoftware muss installiert werden, um Bedrohungen vorzubeugen.

Eine Reihe von hilfreichen Internet-Ressourcen, die speziell für Senioren entwickelt wurden, können ebenfalls genutzt werden.

Ein gutes Beispiel ist Seniors Online, eine Web-Ressource, die von der Regierung des Bundesstaates Victoria in Australien geschaffen wurde. Sie hat einen ganzen Bereich, der sich der Unterweisung von Senioren in Cybersicherheit widmet. Sie bietet Tipps zum Selbststudium, Anleitungen und andere hilfreiche Informationen, die Sie auch verwenden können, um Ihre Angehörigen zu unterweisen.

Es gibt auch Dienste wie Meganga, die kostenlosen Computerunterricht für Senioren mittels Online-Videos bieten. Hier wird auch Cybersicherheit unterrichtet.

Tipps zum Schutz Ihrer älteren Verwandten online:

  • Schützen Sie ihren Computer, indem Sie Antivirensoftware installieren, Java deaktivieren und den Browser so einstellen, dass er Popup-Fenster blockiert.
  • Bringen Sie ihnen bei, wie sie starke Passwörter für ihre Online-Konten erstellen.
  • Führen Sie einige Sitzungen zum sicheren Surfen im Internet durch, bei denen Sie ihnen erklären, wie man erkennt, ob eine Website ein Sicherheitszertifikat besitzt.
  • Schulen Sie sie in der Nutzung von E-Mail. Bringen Sie ihnen bei, niemals E-Mails von unbekannten Absendern zu öffnen.
  • Bringen Sie ihnen bei, wie sie auf Antivirenalarme und -warnungen reagieren, die von der Software generiert werden.

Schulung in Cybersicherheit ist für alle wichtig

Da jeder von uns das Internet regelmäßig nutzt, ist es, unabhängig von Alter oder Surfverhalten, für alle besser, eine grundlegende Schulung zu Cyber-Bedrohungen zu erhalten. Hier finden Sie eine Liste von Tipps zur Cybersicherheit, um sich selbst und Ihre Angehörigen besser zu schützen, wenn Sie online sind.

  • Erstellen Sie starke Passwörter. Ein gutes, starkes Passwort sollte lang und komplex sein und Kleinbuchstaben, Großbuchstaben, Symbole und Zahlen enthalten. Verwenden Sie Passwort-Manager wie Dashlane, um ein nicht knackbares Passwort zu erstellen.
  • Verwenden Sie Sicherheitssoftware. Ihr Gerät - Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone - sollte mit einer zuverlässigen Antivirensoftware ausgestattet sein. Updaten Sie diese regelmäßig.
  • Passen Sie die Sicherheitseinstellungen des Bowsers an. Die meisten gängigen Browser wie Google Chrome, Firefox und Opera verfügen über spezielle Einstellungen, mit denen potenziell schädliche Ressourcen wie Popup-Fenster blockiert werden können. Passen Sie diese Einstellungen entsprechend an, um Ihre Sicherheit zu erhöhen.
  • Denken Sie daran, sich abzumelden. Wenn Sie eine Website besucht oder eine App beendet haben, vergewissern Sie sich, dass Sie sich von diesen abgemeldet haben. Denn wenn Sie sie offenlassen, werden Ihre Daten anfälliger.
  • Denken Sie zweimal nach, bevor Sie auf Links in E-Mails klicken. Wahrscheinlich erhalten Sie Nachrichten von Cyber-Kriminellen, die diese sehr überzeugend gestalten. Häufig enthalten sind jedoch Links zu Nachahmern bekannter Websites, die Sie auffordern, verschiedene Informationen wie Kreditkartennummern und Passwörter einzugeben.
  • Seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie herunterladen. Es gibt so viele Ressourcen, dass wir manchmal nicht darüber nachdenken, was wir herunterladen. Natürlich gibt es im Internet viele legitime Seiten mit sicheren Inhalten, aber auch solche, die schädliche Inhalte voller Malware anbieten. Dies gilt auch für E-Mail-Anhänge - seien Sie vorsichtig bei unerwarteten oder seltsam benannten Dateien!

Die wichtigsten Punkte

Die Quintessenz ist, dass wir diejenigen sind, die für unsere Online-Aktionen verantwortlich sind. Die überwiegende Mehrheit der Sicherheitsverletzungen passiert aufgrund von Sorglosigkeit.

Fast jeder benutzt heutzutage das Internet, einschließlich der meisten Erwachsenen und Jugendlichen und einer wachsenden Anzahl von kleinen Kindern und Senioren. Ungeachtet ihres Alters können alle online sicher sein, wenn sie die in diesem Leitfaden beschriebenen Grundregeln der Sicherheit befolgen.

Sicherlich kann niemand alle möglichen Gefahren im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten eliminieren, aber durch Ergreifen angemessener Vorsichtsmaßnahmen kann man das Risiko erheblich reduzieren.

Über die Autorin

Nancy Spektor hat ihr Handwerk bei The Daily of the University of Washington gelernt. Nach ihrem Studienende beschloss sie, ihr Wirtschaftsdiplom mit ihrer Leidenschaft für schriftliche Kommunikation zu verbinden. Nancy schreibt über Marketingstrategien, Content Management und verschiedene andere Themen, die sie faszinierend findet. Wenn sie nicht auf ihrem Laptop oder Notebook schreibt, kann man sie wahrscheinlich mit ihrem Hund Bok Choy spielen sehen.

Hinweis: Dieser Blog Artikel wurde von einer Gastautorin geschrieben, um unseren Lesern eine breitere Vielfalt an Inhalten anzubieten. Die in diesem Gastautorenartikel ausgedrückten Meinungen sind nur die der Autorin und geben nicht unbedingt die von GlobalSign wieder.

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