GlobalSign Blog

02 Jun 2017

Wie Geldinstitute Produkte und Services mithilfe vernetzter Geräte und Daten optimieren

Verbraucher nutzen in zunehmendem Maße mobile und vernetzte Geräte für Finanzdienstleistungen – das ist einerseits sehr komfortabel. Andererseits fallen deutlich mehr Daten an, die Geldinstitute schützen und verwalten müssen. Das Internet of Things (IoT), das sich aus vernetzten Geräten zusammensetzt, schafft Chancen sowie neue Wege zur Online-Kommunikation und zur Abwicklung von Transaktionen. Aber es beschwört auch etliche Sicherheits- und Datenschutzprobleme herauf.

Geldinstitute sind dafür bekannt, dass sie große Mengen an Personen- und Verhaltensdaten erfassen. Mit dem IoT entstehen mehr Daten und Punkte, an denen sie gesammelt werden. Finanzdienstleister brauchen also bessere Technologien als bisher um Kundendaten zu verarbeiten, zu analysieren und darauf zu reagieren.

Services, die sich an den neuen Markt anpassen, tragen dazu bei

  • sich im Markt zu differenzieren
  • Verbrauchern optimierte Dienste anzubieten, was Kundenzufriedenheit und -bindung steigert
  • Workflows effizienter und digitalisierter zu gestalten; das senkt Kosten und fördert den Umsatz

Geldinstitute, etwa Banken, nutzen Daten schon sehr lange als Währung. Anbieter innerhalb der Finanzbranche sollten also ausreichend gut positioniert sein, um mobile und vernetzte Geräte beispielsweise beim Banking einzusetzen. Und diese Art von Transaktionen zu erleichtern.

Hier einige Beispiele zur Inspiration wie Entwicklungen im IoT dazu beitragen, Services zukünftig zu verbessern:

Kontaktloses Bezahlen via Wearables

Der Markt für kontaktloses Bezahlen wird bis 2021 voraussichtlich ein Volumen von 17,56 Mrd. USD erreichen. Kontaktloses Bezahlen (z. B. mit Apple Pay, Samsung Pay) wird offensichtlich Bestandteil des Alltags aller Verbraucher. Kontaktloses Bezahlen verwendet dazu Nahbereichskommunikation (NFC), Radiofrequenz-Identifikation (RFID) oder magnetische sichere Übertragung (MST), um Daten (d. h. das Geld einer Person) von einem Ort zum anderen zu übertragen.

Mithilfe von Produkten wie Smartwatch, Smartphone oder Smartwallet zu bezahlen, macht die Transaktion als solche schneller, effizienter und bequemer. Kontaktloses Bezahlen via Wearables verhilft Geldinstituten zusätzlich sich in ihrem Markt abzuheben. Kerv, ein Technologieunternehmen für kontaktloses Bezahlen, hat ein Produkt erfunden, das genau das tut. Das Unternehmen hat einen Ring entwickelt, den der Benutzer trägt, um unterwegs damit zu bezahlen. Damit ist es Kerv auf jeden Fall schon gelungen sich als einzigartiger Player im Bezahlmarkt zu positionieren. Im Video sehen Sie wie das ganze funktioniert.

Finanzberatung anhand des Benutzerverhaltens

Finanzdienstleister können die erhobenen Daten nutzen um anhand des Benutzerverhaltens eine personalisierte Finanzberatung anzubieten. Mit einer zusätzlichen Technologie, wie beispielsweise Wearables, fügen sich die Daten zu einem Bild der betreffenden Kunden zusammen.

 IoT Enabled Banking Services White Paper from Infosys:

Abbildung 1 Whitepaper ‘IoT Enabled Banking Services’ von Infosys

Reden wir über die Verwendung von Smartwallets. Smartwallets sind dazu gedacht, die finanziellen Aktivitäten einer bestimmten Person zu überwachen. Die User Experience soll so durchgängig wie effizient ablaufen. Einige Smartwallets wissen nicht nur an welchem Standort der Nutzer gerade ist, sondern auch welche Karten er oder sie dort üblicherweise verwenden. Synchronisiert man die Smartwallet dann mit der Banking-App des Konsumenten, erhält der genaue Daten zu seinen täglichen Ausgaben. Die Bank wiederum kann die Daten nutzen, um eine individuelle Finanzberatung anzubieten.

Vorstellbar sind auf dieser Grundlage beispielsweise Serviceleistungen einer Bank wie diese:

  • Automatisierte Finanzberater, die beim Aktienportfolio eines Kunden beraten und Empfehlungen zu bestimmten Aktien geben
  • Digitale Vermögensverwaltungsberatung, auch bei vergleichsweise geringeren Einkommen
  • Versicherungsgeschäfte automatisiert tätigen
  • Finanzgemeinschaften, bei denen Nutzer sich zusammentun, um sich gegenseitig Darlehen zu geben und Investitionen gemeinsam zu tätigen
  • Bessere Betrugserkennung aufgrund des Einkaufsmusters einer Person und dem Vergleich von Kaufort und physischem Standort der Person

Finanzielle Anreize für vernetzte User

Mithilfe von mehr erhobenen Daten wären Geldinstitute in der Lage auch ihre Prämiensysteme zu revolutionieren, indem sie Prämien anhand von Daten über Interaktionen und Nutzerverhalten gewähren. Diese Personalisierung differenziert Finanzdienstleister vom Mitbewerb und bindet die Kunden stärker an ein bestimmtes Unternehmen oder Angebot.

Unternehmen wie Apple und Starbucks machen es vor. Apple beispielsweise hat sich mit einigen großen Einzelhandelsunternehmen zusammengetan, um Kunden Rabatte zu gewähren, je nachdem wie oft sie den Service nutzen. Eines der ersten Unternehmen, das sich mit Apple zusammengetan hat, war Walgreens. Die Kette hat bereits eine Reihe von Videos veröffentlich, die zeigt wie die Bezahltechnologie funktionieren würde.

Im Internet of Things sind aber auch ortsbezogene Prämien und Rabatte in Echtzeit möglich. Die Technologie erkennt etwa Angebote eines nahe gelegenen Händlers. Der wird aktiv, sobald ein User seine Kunden- oder Kreditkarte durchzieht oder ein anderes Gerät zur Bezahlung benutzt. Der Kunde muss dazu so gut wie gar nichts tun.

Bonität prüfen und Dokumente unterzeichnen - von unterwegs

Bonitätsprüfungen sind ein integraler Bestandteil der täglichen Arbeit von Geldinstituten. Sie werden für Darlehens-, Versicherungs-, Kreditkarten- oder Hypotheken-Anträge und andere Dienste, wie die Eröffnung eines Bankkontos oder die Beantragung eines Überziehungskredits, gebraucht. Verordnungen und die Notwendigkeit, Arbeitsabläufe zu optimieren sind starke Treiber um Transaktionen wie diese zu digitalisieren.

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Bonitätsprüfungen mit Informationen durchgeführt werden, die über eine App zur Verfügung gestellt werden. So kann ein Kunde einen Vertrag unterschreiben und senden, unabhängig davon wo er sich gerade befindet. Die Lösung ist für den Kunden benutzerfreundlich, Darlehen und Hypotheken werden schneller als bisher genehmigt. Die Geldinstitute profitieren ihrerseits von höherer Kundenzufriedenheit, Servicegeschwindigkeit, weniger Papier-Workflow und erheblichen Kosteneinsparungen.

Ein Unternehmen, das an dieser Stelle besonders von sich Reden gemacht hat ist Touchtech Payments. Die Technologie kann in die App eines Finanzdienstleisters integriert werden und ermöglicht so eSignaturen per Handy. Die Technologie ist vollständig konform mit eIDAS und PSD2-Richtlinien. Der Benutzer meldet sich einfach mit einer ID an und kann dann komplette finanzielle Interaktionen (wie eine Hypothek zu erhalten) von unterwegs aus abschließen.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Diese Beispiele berühren lediglich die Oberfläche dessen, was mithilfe von  vernetzten Geräten und Daten im Finanzdienstsektor möglich ist. Je nach dem wie Unternehmen aus dem Finanzsektor Daten erfassen und analysieren, sind sie auch in der Lage ihre Service-Angebote zu erweitern und anzupassen. Das hilft, die Kundenbindung zu festigen und sich von der Konkurrenz abzuheben. Das IoT mit der Vielzahl der vernetzten Geräte und die zugehörigen Daten bieten einen entscheidenden Mehrwert für die Branche.

Wer über Lösungen wie die geschilderten nachdenkt, muss Sicherheit von Anfang an mit integrieren. PKI ist eine bewährte Option für die Authentifizierung und Verschlüsselung der Kommunikation zwischen Usern und Geräten und kann in vielen der obigen Szenarien eingesetzt werden. Sprechen Sie mit uns, um mehr zu erfahren.

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