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08 Dez 2017

Was bedeutet die DS-GVO für Ihr SEO?

Mit ihrem Inkrafttreten im Mai 2018 wird die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen in der gesamten EU haben. Wenn Sie ein Unternehmen führen oder für die digitale Sicherheit eines Unternehmens verantwortlich sind, werden Sie wahrscheinlich bereits die DS-GVO kennen. Aber haben Sie schon einmal überlegt, welche Auswirkungen die Vorschriften auf Ihr SEO haben könnten und wie sich dies auf Ihre Website auswirken wird?

Es ist unvermeidlich, dass die DS-GVO auch direkte Auswirkungen auf eine Reihe von SEO-Ereignissen haben kann. Egal, ob Sie mit einer SEO-Agentur zusammenarbeiten oder Ihr gesamtes digitales Marketing intern durchführen, es ist wichtig, dass Sie verstehen, wie sich die DS-GVO auf Ihr Unternehmen auswirken wird. Hier betrachten wir die kritischen Einflussfaktoren in der DS-GVO, um zu sehen, welche Änderungen Sie bedenken müssen.

Folgen für Website-Ziele

Einer der wichtigsten Aspekte von SEO bezieht sich auf die Ziele, die Sie mit Ihrer Website verfolgen. Sie sollten daher erkennen, dass die DS-GVO sich auf von Ihnen verfolgte Ziele auswirken kann. Ein häufig verfolgtes Ziel ist zum Beispiel die Newsletter-Anmeldung. Sie müssen nicht nur sicherstellen, dass Ihre verfolgten Ziele klare, aktive Einwilligungserklärungen haben (was sich negativ auf die Anmelderaten auswirken könnte), sondern die DS-GVO wird auch einige der erforderlichen Formulierungen verändern.

Sobald die Vorschriften in Kraft treten, müssen Sie explizit angeben, was Sie mit den Daten eines Kunden machen werden. Dies bedeutet, dass Sie nicht mehr die E-Mail-Adresse eines Nutzers für eine Newsletter-Anmeldung abfragen können, um ihm weitere Marketingmaterialien zu senden, sofern dies nicht vollständig deutlich gemacht wurde.

Handhabung der Einwilligung

Eines der Hauptthemen der DS-GVO ist die Einwilligung. Einige Websites verwenden derzeit in etwa den Satz "Indem Sie diese Website verwenden, stimmen Sie unserer Cookie-Richtlinie zu", um eine Einwilligung zu erhalten. Nach der DS-GVO wird dies jedoch nicht mehr als gültig angesehen und Ihre Websites müssen die Nutzer dazu bringen, aktiv statt passiv zuzustimmen.

Es gab schon einige Kontroversen im Zusammenhang mit Popups zu Cookie-Einwilligung, da sich die Seitenladegeschwindigkeiten einiger Websites aufgrund des Popups verlangsamt haben - aber da die Seitenladegeschwindigkeit ein Rankingfaktor ist, hat dies das Potenzial, Ihre Position in Google zu verschieben. Theoretisch müssen alle Websites eine Cookie-Einwilligung erhalten. Also wird niemand durch die Änderung besonders benachteiligt. Aber dies bedeutet, dass Sie sich genauer ansehen müssen, wie sich diese Popups auf Ihre Seitenladegeschwindigkeit auswirken.

Wie wirkt sich die DS-GVO auf Analysen aus?

Jedes Unternehmen muss erwägen, wie es aktuell Kundendaten für Analyseprozesse verwendet. Google Analytics bietet Ihnen z. B. Zugriff auf Nutzerdaten. Dies entspricht jedoch den DS-GVO-Regeln, da die Daten anonymisiert werden. Wenn Sie aber momentan einen Prozess verwenden, der die Daten de-anonymisiert, ist er nicht DS-GVO konform.

Schauen Sie sich Ihre eigenen Analysen an - Sie werden evtl. feststellen, dass manche internen Prozesse, wie die Weitergabe personenbezogener Daten an Mitarbeiter in E-Mails oder spezifische Informationen in E-Mail-Marketing-Berichten, gegen die Regeln verstoßen.

DS-GVO-Compliance als Rankingfaktor

Es gab bisher keine Hinweise von Google oder einer anderen Suchmaschine, dass die Einhaltung der DS-GVO-Bestimmungen zu einem Rankingfaktor für ihre Ergebnisse wird - dies bedeutet jedoch nicht, dass dies nicht der Fall sein wird. Google hat in der Vergangenheit Konzepte eingeführt, die anfänglich optional zu sein schienen, aber am Ende ein sehr wichtiger Faktor für den Rang einer Website waren.

Als aktuelles Beispiel dafür brauchen wir uns nur HTTPS ansehen. Obwohl HTTPS anfangs nur ein bevorzugter Faktor war, nimmt es die Suchmaschine jetzt so ernst, dass Nutzer in Chrome jedes Mal gewarnt werden, wenn sie versuchen, sich in eine Nicht-HTTPS-Site einzuloggen. Die Umstellung auf HTTPS zeigt auch, dass Google anfängt, Websites mit höherer Sicherheit zu bevorzugen und sie zu einem Schlüsselfaktor in ihrem Algorithmus zu machen. Dies deutet darauf hin, dass die Einhaltung der DS-GVO zu einem Standardfaktor werden könnte, den alle Websites befolgen müssen, um Strafen zu vermeiden.

Es kann durchaus zukünftig der Fall sein, dass die einwilligungsgesteuerte Datenerfassung eine Auswirkung darauf hat, wie Ihre Website von Suchmaschinen eingestuft wird.

Wie wirkt sich DS-GVO auf User Experience und Usability aus?

In zunehmendem Maße nutzen Google und andere Suchmaschinen User Experience (UX) als Ranking-Faktor in ihren Algorithmen. Und es besteht kein Zweifel daran, dass die DS-GVO die UX von Websites beeinflussen wird - Aspekte wie ein deutlicheres Cookie-Einwilligungs-Popup tun dies bereits. Wenn weitere Änderungen vorgenommen werden müssen, um DS-GVO und Datenschutz zu entsprechen, kann dies erhebliche Kopfschmerzen verursachen.

Es ist wahrscheinlich, dass Webdesigner nicht nur mit SEO-Experten eng zusammenarbeiten müssen, sondern auch mit Experten, die ein gutes Verständnis der DS-GVO-Compliance haben, um sicherzustellen, dass die Designs die notwendigen Funktionen beinhalten und gleichzeitig benutzerfreundlich bleiben.

Eines dieser Features, das in letzter Zeit in den Schlagzeilen auftaucht, ist SSL. Mit zunehmendem Sicherheitsbewusstsein der Allgemeinheit, ist es wichtiger denn je, dass Unternehmen klarstellen, dass ihre Websites legitim (d.h. keine Phishing- oder gefälschten Sites) und vertrauenswürdig sind. Wenn Sie SSL auf Ihrer Website aktivieren, werden deutliche Sicherheitsindikatoren wie HTTPS und ein Vorhängeschlosssymbol in der Adressleiste angezeigt, um Besuchern anzuzeigen, dass Ihre Website über eine private Verbindung erstellt wird. Das höchste SSL-Niveau zeigt Ihren verifizierten Markennamen auch deutlich in der Adressleiste an und versichert den Besuchern, dass Ihre Website tatsächlich von Ihrem Unternehmen betrieben wird und kein Betrug ist.

Ihre nächsten Schritte

Eventuell fühlen Sie sich davon überwältigt, wie die DS-GVO sich auf Ihr Unternehmen auswirken könnte. Aber es besteht kein Grund zur Panik. SEO ist eine Branche, die sich im Laufe der Zeit ständig ändert und weiterentwickelt - neue Vorschriften wie die DS-GVO werden sich wahrscheinlich auf Rankings auswirken, aber es ist fast unmöglich, spezifische Details anzugeben, bis sich die Suchmaschinen daran angepasst haben. Es bleibt Ihnen überlassen, informiert zu bleiben, was diese Änderungen für Ihre Website bedeuten und welche Änderungen Sie vornehmen müssen, um immer einen Schritt voraus zu sein.

Wenn Sie sich Sorgen darüber machen, wie sich die DS-GVO auf das Google-Ranking Ihres Unternehmens auswirkt, ist es sinnvoll, direkt mit Ihrem SEO-Manager oder Ihrer SEO-Agentur zu sprechen. Wenn Sie ein Kleinunternehmen sind und Ihre eigene SEO managen, könnte es ratsam sein, sich in irgendeiner Form zu diesem Thema beraten zu lassen, um sicherzustellen, dass Sie die Google-Regeln einhalten. Die gute Nachricht ist, dass Google und andere Suchmaschinen selten extreme Änderungen an ihren Algorithmen vornehmen und Websites normalerweise eine Schonfrist geben, um up-to-date mit Best-Practice zu werden.

Über den Autor

Mike James ist ein unabhängiger Autor, Tech-Spezialist und Cybersecurity-Experte aus Brighton, UK. Seine Arbeiten werden in vielen der führenden Online- und Print-Magazine veröffentlicht und er ist ein hervorragender Autor über Ethical Hacking, Penetration Testing - und wie diese Technologien bei Unternehmen aller Formen und Größen implementiert werden können. Mike schreibt auch über seltsame Diät- und Trainingsprogramme, wenn er nicht über die sehr technischen Themen schreibt!

Hinweis: Dieser Blog Artikel wurde von einem Gastautor geschrieben, um unseren Lesern eine breitere Vielfalt an Inhalten anzubieten. Die in diesem Gastautorenartikel ausgedrückten Meinungen sind nur die des Autors und geben nicht unbedingt die von GlobalSign wieder.

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