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16 Nov 2018

Tipps und Tricks: So vermeiden Sie Online-Shopping Abzocken & was zu tun ist, wenn Sie Opfer davon werden

Das Internet hat Online-Shopping einfach und nahtlos gemacht: einen Internet-Shop besuchen, duzende Produkte anschauen, ein oder zwei Produkte Ihrer Wahl in den Warenkorb legen und per Klick kaufen.

Aber dieser an sich einfache Vorgang ist mit größeren Herausforderungen verbunden. Eins der Hauptprobleme beim Online-Shopping sind die Sicherheitsbedenken. Dieses Jahr haben allein in Australien bereits mehr als tausend Online-Shopper Betrug beim Online-Shopping gemeldet. 56.6% dieser Fälle führten zu großen finanziellen Verlusten, wie ein Bericht von Scam Watch berichtet.

Das Internet wird immer mehr zum täglichen Tool, um zu Handeln und zu Tratschen und Informationen zu holen. Wir können nicht einfach aufhören Online einzukaufen oder zu verkaufen, auch wenn dabei wir riskieren von Betrügern übers Ohr gehauen zu werden. Aber wir können viel tun um unser Geld und unsere Güter zu schützen.

In diesem Artikel geben wir Ihnen acht umsetzbare Tipps für schlaueres Online-Shopping. Diese Tipps sind in zwei Kategorien unterteilt:

  • Vorbeugende Tipps – wie man beim Online-Shopping nicht auf Betrugsmaschen hereinfällt, und
  • Nach dem Betrugsfall – was Sie tun können, wenn Sie einem Betrüger auf den Leim gegangen sind.

Lassen Sie uns die Kategorien genauer anschauen.

So beugen Sie Online-Shopping Betrug vor

Fangen Sie an, indem Sie sich diese vier Fragen stellen:

Ist die Seite gesichert?

Beispiel einer HTTP- und einer HTTPS-Seite in Safari

HTTPS bedeutet, dass alle Informationen, die Sie auf der Seite eingeben (z.B. Benutzername und Passwort, Finanz- und Kreditkarteninformationen) verschlüsselt werden und geschützt vor Überwachung und Abhörung von böswilligen Dritten ist.

Leider erscheinen viele Phishing-Seiten sicher, nur weil Sie HTTPS nutzen. In diesem Fall werden die Informationen verschlüsselt, aber sie werden an eine Phishing- oder Betrugsseite übertragen, die HTTPS nutzt. Ihre Informationen fallen trotzdem in die falschen Hände.

Daher sollte man nicht nur auf HTTPS prüfen, sondern auch sehen, ob der Unternehmensname in der URL gezeigt wird. So kann man erkennen, ob die Seite wirklich von dem Unternehmen stammt, und es keine Nachahmer- oder Betrügerseite ist. Nicht alle Websites nutzen die Technologie, mit der ihre verifizierte Identität in der Adresszeile angezeigt wird und es ist trotzdem nicht 100% sicher. Vertrauen Sie also Ihrem Bauchgefühl. Falls irgendwas nicht ganz schlüssig ist – lassen Sie lieber die Finger davon.

Ist die Seite verlässlich?

Sie wollen keine Geschäfte mit unzuverlässigen Websites abschließen, Seiten die Hacker und Cyberkriminelle beherbergen, gefälschte Produkte verkaufen und Benutzer betrügen. Sie wollen auf verlässlichen Seiten kaufen. Aber woher kann man erkennen, ob eine Seite verlässlich ist?

Sie prüfen sie. Bevor Sie etwas in einem Online-Shop kaufen, machen Sie einen Background-Check. Oder realistisch gesagt: Googeln Sie. Vergewissern Sie sich, dass andere Shopper die Seite bereits genutzt haben und prüfen Sie dies kritisch. Es gibt verschiedene Bewertungswebsites, aber ein guter Anfangspunkt ist Better Business Bureau. Wenn Sie eine Bewertung abgeben, stellen sich schlaue Käufer die folgenden Fragen:

  • Kaufen Gleichgesinnte auf dieser Seite?
  • Welche Erfahrung haben Sie damit bereits gemacht?
  • War es eine gute oder schlechte Erfahrung?

Sie sollten sich die gleichen Fragen stellen. Dadurch schützen Sie sich davor beim Internetshopping betrogen zu werden.

Ist das Angebot zu gut, um wahr zu sein?

Gefälschte eCommerce Websites locken mit Angeboten, die zu gut sind, um wahr zu sein. Aber sie geben nicht nur eine Preisermäßigung. Es ist nicht Schlussverkauf. Die Seite wirbt mit einem außergewöhnlichen Angebot, das zu gut ist, um wahr zu sein.

Falls Sie zum Beispiel auf der Suche nach einem Laptop sind, zwischen 700 und 1000 Dollar und ein eCommerce-Shop bietet ihn für nur 150$ an, dann ist das ein Angebot, das zu gut ist, um wahr zu sein. Halten Sie sich fern. Die Betreiber der Seite wollen sich mit dem spottbilligen Preis nur Ihr hartverdientes Geld holen.

Sind die Kontaktdetails auf der Seite wahr?

Es ist zu empfehlen die Kontaktdetails auf einer Website zu prüfen. Als Faustregel gilt: so gut wie alle Unternehmen nennen Kontaktdetails auf einer Kontaktseite – vor allem die E-Mail-Adresse, Adresse und Telefonnummer. Sie können die Informationen nutzen, um herauszufinden ob der Onlineshop tatsächlich existiert, oder eine Fälschung ist.

Wie? Na ja, Sie wollen sicher nicht kilometerweit fahren, um die Adresse zu prüfen, aber Sie können die Telefonnummer ganz einfach im Telefonverzeichnis suchen, um Ort und Besitzer der Telefonnummer herauszufinden, und die Informationen dann mit dem, was Sie auf der Kontaktseite gefunden haben vergleichen.

Falls die Informationen übereinstimmen, heißt das zwar nicht, dass die Seite nicht gefälscht ist, denn ein Betrüger kann die Details von der wahren Seite kopiert haben. Aber wenn die Daten nicht übereinstimmen wissen Sie zumindest sofort, dass Sie der Seite nicht trauen können, oder zumindest weiter recherchieren sollten. So kann die Strategie ein schneller Weg sein, um fragwürdige Seiten auszuschließen.

Passen Sie weiterhin auf andere Zeichen einer Betrügerseite auf. Halten Sie Ausschau nach Warnzeichen wie Grammatikfehlern oder falsch geschriebenen Wörtern.

Was Sie tun sollten, wenn Sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen sind

Wie sie schon im vorherigen Abschnitt erfahren haben, kann es schwer sein Betrugsseiten komplett zu vermeiden. Sie können noch so vorsichtig sein, Sie können sich trotzdem in einer schwierigen Situation wiederfinden.

  • Haben Sie etwas bestellt, das Produkt aber noch nicht erhalten?
  • Wurde für eine Bestellung zu viel von Ihrem Konto abgebucht?
  • Waren zusätzliche Kosten auf der Rechnung, die Sie nicht genehmigt haben?

In diesem Abschnitt geben wir Ihnen Tipps, was Sie tun können, nachdem Sie online Opfer einer Betrugsmasche geworden sind.

Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder Ihr Kreditkarteninstitut

Falls Sie fälschlicherweise zu viel gezahlt haben, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder Ihr Kreditkarteninstitut. Erklären Sie was passiert ist, damit sie die nötigen Schritte einleiten können, um Ihre zukünftigen Finanzen zu schützen.

Ihre Bank kann Ihr Konto, Ihre Bankkarten und Schecks sperren. Ihr Kreditkarteninstitut kann Ihre Karte sperren. Viele Institute bieten außerdem Schutzmechanismen vor Betrug. Wenn Sie den Betrugsfall schnell melden, werden bestimmte Abbuchungen ohne Ihre Zustimmung zurückerstattet.

Beschwerde einreichen (falls Sie auf einer Verkaufsplattform gekauft haben)

Reichen Sie als nächstes eine Beschwerde ein, wenn Sie über eine Verkaufsplattform wie eBay oder Amazon eingekauft haben. Die meisten Verkaufsplattformen sind seriös und helfen Ihnen Betrüger zu verfolgen und gestohlenes Geld zurückzubekommen oder das Produkt zu erhalten.

Sogar Websites für freiberufliche Dienste haben Regeln, die ihre Benutzer vor Betrug schützen. Ein Freund zum Beispiel, der einen Dienst über Fiverr an einen Kunden angeboten hat, hat die Firma kontaktiert, nachdem der Kunde sich geweigert hat für den genutzten Dienst zu zahlen. Fiverr ist den Anschuldigungen nachgegangen und die Firma hat den gefälschten Account sofort gelöscht. Der Freiberufler hat zwar sein Geld nicht erhalten, aber zumindest wurde der Gerechtigkeit Genüge getan.

Geld zurückerhalten

Manche Online-Shopper verlieren jede Hoffnung ihr Geld wieder zu erhalten, nachdem Sie auf einen Betrug reingefallen sind. Es ist in der Tat schwierig Geld bei Betrug zurückzubekommen, aber es besteht Hoffnung.

Falls Sie zum Beispiel ein Produkt in einem eCommerce Shop mit Ihrem PayPal Account bezahlt haben, und die Bestellung nicht ankam, schützt der PayPal Käuferschutz Sie. Auch hier gibt es natürlich Einschränkungen. Falls ein Betrüger eine glaubwürdige Kopie des PayPal-Bezahlformulars erstellt hat, um an Ihre Bankdaten zu kommen, sind Sie nicht über den PayPal Käuferschutz geschützt. Denken Sie daran, wenn Sie online Shoppen.

Ein weiterer Vorteil ist es mit Kreditkarte statt per Bankeinzug zu zahlen. Wie bereits erwähnt haben sowohl Banken als auch Kreditkartenunternehmen bestimmte Schutzmechanismen gegen Betrug. Falls der Betrug auf Ihrem Konto erfolgt, werden die Beträge höchstwahrscheinlich von Ihrem Konto abgezogen, wenn die Bestellung bestätigt wird – sie müssen also auf eine Entschädigung warten. Eine Kreditkarte ist eine Art Puffer – ein extra Schritt zwischen dem Betrugsfall und dem Zeitpunkt, an dem Sie tatsächlich zahlen müssen. Viele Karten bieten Käuferschutz in Situationen wie diesen.

Bei der Polizei Anzeige erstatten

Bevor Sie irgendwelche der genannten Schritte in die Wege leiten, sollten Sie zunächst einmal bei der Polizei Anzeige erstatten, falls Sie beim Online-Shopping betrogen wurden. Dies ist aus mehreren Gründen wichtig:

  • Sie erhöhen Ihre Chancen Geld zurückzuerhalten. Falls Geld von Ihrem Bankkonto gestohlen wurde, ist es wichtig Sicherheitsexperten in der Suche nach dem Betrüger einzuspannen. Sie wurden ausgeraubt, nur online. Indem Sie den Fall an die Behörden melden, wird die Suche nach den Verdächtigen verstärkt, und Ihre Chancen, das Geld zurückzuerhalten steigen.
  • Ihre Bank oder Kreditkartenunternehmen will wahrscheinlich eine Kopie des Polizeiberichts sehen. In manchen Fällen wird die Bank und/ oder Kreditkartenagentur eine Kopie der aufgegebenen Anzeige anfordern. Worauf warten Sie also? Rufen Sie bei Ihrer lokalen Polizeidienststelle (nicht die Notrufnummer 1-1-0!) an und melden Sie den Fall an die Abteilung für Computer-bezogene Verbrechen.

Es ist an der Zeit entschlossen zu handeln.

Fazit

Es ist aufregend online zu bestellen, während Sie es sich auf dem Sofa bequem machen. Aber die Erfahrung kann enttäuschend enden, wenn ein falscher Händler Ihr Geld stielt.

Sie können Betrug vermeiden, indem Sie einfache Checks wie oben erwähnt durchführen, wie Ausschau nach HTTPS und anderen identifizierenden Informationen über den Verkäufer zu halten oder Bewertungen von anderen Käufern zu lesen. Wie mehrmals erwähnt sind jedoch keine der Vorsichtsmaßnahmen 100% sicher. Falls Sie also einmal Opfer von Onlinebetrug werden, reagieren Sie sofort und kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihr Kreditkartenunternehmen und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Mit diesen Tipps können Sie entspannter online shoppen. Aber denken Sie dran, man kann nie 100%ig sicher vor Betrügern sein. Je vorsichtiger Sie sind, desto wahrscheinlicher erkennen und vermeiden Sie aber glücklicherweise solche Betrugsmaschen.

Über den Autor

Valerie Malecha liebt den Herbst mit allem Drum und Dran. Wenn Sie nicht gerade Kaffee im Park trinkt, spricht Sie gerne Menschen in New Yorks Warteschlangen an. Malecha ist außerdem Content Coordinator bei Spokeo, die einen Dienst zum Nachschlagen von Telefonnummern anbieten.

Hinweis: Dieser Blog Artikel wurde von einer Gastautorin geschrieben, um unseren Lesern eine breitere Vielfalt an Inhalten anzubieten. Die in diesem Gastautorenartikel ausgedrückten Meinungen sind nur die der Autorin und geben nicht unbedingt die von GlobalSign wieder.

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