GlobalSign Blog

26 Nov 2019

Massive Datenschutzverletzungen in Ecuador: Betrachtungen eines GlobalSign-Partners in Ecuador

Es war schwer zu glauben, als ich die Nachricht hörte. Die personenbezogenen Daten fast aller Einwohner meines Landes, einschließlich 6,7 Millionen Kindern - sogar Säuglingen - wurden durch eine kolossale Datenschutzverletzung offengelegt. Dies entspricht ungefähr 12 Millionen Einwohnern - ungefähr 70 Prozent unserer Bevölkerung! Das Leck enthüllte auch die personenbezogenen Daten von Präsident Lenín Moreno sowie von WikiLeaks-Gründer Julian Assange, dem bekanntlich zeitweise in Ecuador Asyl gewährt wurde.

Laut ZDNet wurde Anfang September eine Elasticsearch-Serverdatenbank von den Sicherheitsexperten Noam Rotem und Ran Locar entdeckt. Sie analysierten die nach außen gelangten Daten, überprüften ihre Echtheit und setzten sich mit dem Serverbesitzer in Verbindung.

Die Daten stammten aus mehreren Quellen, wie z. B. ecuadorianischen Regierungsregistern, einer ecuadorianischen Nationalbank und einem Automobilverband. Die Daten umfassten alles von Namen, Geburtsdaten und Kontaktinformationen bis hin zu nationalen Identifikationsnummern, Steueridentifikationsnummern, Verkehrssünderdaten und Kontoauszügen. Die Daten enthielten sogar detaillierte Informationen zu den Familienmitgliedern der Betroffenen.

Die Datenschutzverletzung wurde am 11. September entdeckt und in der folgenden Woche nahmen ecuadorianische Beamte den Manager des IT-Beratungsunternehmens Novaestrat fest. Fast unmittelbar hat das massive Datenleck einen Schub in Ecuador ausgelöst, neue Datenschutzgesetze zu verabschieden, die den Datenschutzgesetzen der EU sehr ähnlich sind und es unseren Bürgern ermöglichen, die Verwendung ihrer personenbezogenen Daten durch Organisationen abzulehnen und zu unterbinden.

Einer der beunruhigendsten Aspekte der Datenschutzverletzung ist die Tatsache, dass das Leck Kinder nicht nur einem potenziellen Identitätsdiebstahl aussetzte, sondern sie auch einer physischen Gefahr aussetzen könnte, da ihre Privatadressen durch die Datenschutzverletzung für jedermann auffindbar waren.

Nur wenige Wochen später wurde eine zweite Datenschutzverletzung entdeckt. Laut Bloomberg befindet sich der Server in Deutschland und wird von einem ecuadorianischen Unternehmen namens DataBook genutzt. Erneut wurden sensible Daten von Millionen ecuadorianischen Bürgern, einschließlich einiger Verstorbener, auf einem ungesicherten Server gefunden.

Als Partner und Anbieter von IT-Diensten für ganz Ecuador werden wir mit unserer Technologie-Community und großen Anbietern von Sicherheitslösungen wie GlobalSign zusammenarbeiten, um künftigen Vorfällen wie diesen vorzubeugen.

Aber es gibt einige Hürden in dieser Region, die einige vielleicht nicht kennen.

Beispielsweise hinken wir hier in Lateinamerika hinsichtlich der Technologieumsetzung immer noch ein wenig hinter Nordamerika hinterher. In vielen Fällen müssen Unternehmen, um unsere Lösungen nutzen zu können, zuerst andere Systeme und Geräte aufrüsten. Nicht, dass sie alles ablehnen. Aber es braucht Zeit und natürlich Geld.

Ein weiteres Problem, mit dem wir uns in Ecuador - und eigentlich in ganz Lateinamerika - auseinandersetzen müssen, ist, dass der größte Teil der von uns gekauften Technologie aus den USA stammt. Die sich ständig ändernde Fluktuationsrate wirkt sich darauf aus. Zu der Komplexität und Herausforderung kommt hinzu, dass wir technisch gesehen ein Produkt importieren - und Sie wissen, was das bedeutet - Steuern auf den "Import" zahlen.

Was in Lateinamerika auch ein Problem sein kann, das viele vielleicht nicht bedenken, ist die Politik. Wenn ein neues Regime an die Macht kommt, kann dies das Geschäft erheblich verlangsamen. Und jeder, der die Nachrichten in Lateinamerika genau beobachtet, weiß, dass dies nicht selten vorkommt.

Trotz unserer Probleme hier hatten wir stets das Ziel, unseren Kunden die besten Sicherheitsprodukte und -lösungen anzubieten. Dies ist einer der Gründe, warum wir seit 2014 mit GlobalSign zusammenarbeiten.

In dieser Zeit hat der Bedarf an zertifikatbasierten Lösungen, die wir im Namen von GlobalSign anbieten, zugenommen. Sicherlich war die zunehmende Zahl von Hackern, die unsere Bürger ins Visier nahmen, ein wichtiger Teil davon.

Angesichts der Ereignisse in unserem geliebten Land werden wir es unseren Kunden weiterhin ermöglichen, die bestmöglichen Sicherheitslösungen zu haben. Mit GlobalSign ermöglichen wir erfolgreich sichere E-Mails, Websites und mehr.

Über den Autor

Pablo Tamayo ist der Gründer und CEO von Alpha Technologies. Er ist außerdem Technologieforscher und IT-Sicherheitsberater bei einigen der größten Unternehmen in Ecuador. Darüber hinaus besitzt Pablo das geistige Eigentum an mehreren Produkten mit Schwerpunkt auf Datensicherheit und ist für seine Fähigkeiten als Analytiker, Problemlöser und Entwickler von IT-Lösungen bekannt. Er hat sich auf die Entwicklung von IT-Sicherheits- und digitalen Identitätslösungen im Land konzentriert. Er leitet auch Forschungsprojekte in der Luftfahrt und für selbstfahrende Autos.

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