GlobalSign Blog

24 Okt 2018

Die wenigsten Amerikaner sehen ihre Karriere in Cybersicherheit: Warum das ein Problem ist

Oktober steht unter dem Motto Cybersicherheit, dieses Jahr mit dem Thema “Cybersicherheit ist unsere gemeinsame Aufgabe”.

Obwohl es stimmt, dass jeder seinen Teil zur Onlinesicherheit beiträgt, zeigt eine Studie der Universität Phoenix, dass die Mehrheit der Amerikaner dieses Gebiet bei Ihrer Berufswahl nicht berücksichtigt.

Noch genauer befand die Studie, in der 2000 Amerikaner befragt wurden, dass 80% der Teilnehmer noch nie über eine Karriere im Bereich Cybersicherheit nachgedacht haben. 43% gaben an, kein Interesse in dem Bereich zu haben, und 24% glauben, dass Ihnen die notwendigen Fähigkeiten dazu fehlen.

Warum sind diese Resultate von Bedeutung? Wir verlassen uns immer mehr auf die Cloud, künstliche Intelligenz, digitale Kommunikation und andere Arten von digitalen Technologien. Es ist daher nur logisch, dass wir immer mehr Fachkräfte mit Wissen in Cybersicherheit brauchen werden.

Wir können uns dabei nicht nur auf Nachwuchskräfte verlassen, die Schulungen und Abschlüsse in Cybersicherheit haben. Auch derzeitige erfahrende Fachkräfte müssen den Nutzen einer Karriere im Bereich Cybersicherheit erkennen. Denn in vielen Fällen haben auch sie schon bestehendes Wissen, um in dem Bereich voranzukommen.

Um mehr über die Hürden auf dem Weg zu einer Cybersicherheitskarriere zu erfahren, und was dagegen getan werden kann, lesen Sie einfach weiter.

Was die Studienergebnisse zeigen

Die Umfrage der Universität Phoenix stellte die Frage, welche Informationen über Cybersicherheit aus Sicht der Teilnehmer wichtig sind, um ihnen bei der Wahl einer Karriere in dem Bereich weiterzuhelfen. Die Frage wurde allen Teilnehmern gestellt, egal ob diese je einen Job im Bereich Cybersicherheit in Betracht gezogen haben, oder nicht.

Die Ergebnisse zeigten, dass 50% wissen wollen, welche Fähigkeiten für solche eine Karriere Vorraussetzung sind. 43% benötigen mehr Informationen, womit sie anfangen sollen, gefolgt von 41% die mehr über die täglichen Aufgaben eines Cybersicherheitsexperten wissen wollen. Zusätzlich wollen 37% mehr Informationen zur Karrierevielfalt haben.

Gerade die letzten Informationen können eventuell Leute inspirieren Cybersicherheit auf innovativen Wegen für sich zu entdecken, wie zum Beispiel bei der Entwicklung von sprachbasierter Sicherheit für Wearables. Ohne diese Hintergrundinformationen sehen viele den Arbeitsbereich von Sicherheitsexperten als sehr spezifisch, obwohl die Möglichkeiten in der Realität abwechslungsreich sind, besonders dank neuer Technologien und Geräte.

Vor allem Frauen sind im Bereich Computing unterrepräsentiert. In den USA sind nur 26% alle Computer-bezogenen Stellen von Frauen besetzt. Und der Mangel an Frauen in dieser Branche wird vor allem bei Cybersicherheit deutlichDie Statistik der Universität Phoenix zeigt, dass 9 von 10 befragten Frauen noch nie über einen Job im Bereich Cybersicherheit nachgedacht haben, aber 44% schon einmal von einem Sicherheitsverstoß betroffen waren.

Für 54% der Frauen ist es besonders wichtig zu wissen welche Fähigkeiten sie für eine Karriere in Cybersicherheit mitbringen müssen, bevor sie diese in Betracht ziehen.

Fehlendes Bewusstsein

Ein Teil der Studie befragte die Teilnehmer, ob sie schon mal von elf ausgewählten Jobs in der Cybersicherheitsbranche gehört haben. Die Ergebnisse zeigten, dass 20% noch nie von den Stellen gehört haben. Und nur 10% hatten ein sehr gutes Verständnis von den Jobs auf der Liste, die u.a. Positionen wie Penetration Tester, Sicherheitsauditor und Entwickler von Sicherheitssoftware aufzählte.

Vielleicht wollen also einige Leute nicht in der Cybersicherheitsbranche arbeiten, weil sie noch nie von den Jobmöglichkeiten gehört haben. Diese empfundenen Hindernisse können so abschreckend wirken, dass Leute die Möglichkeiten nicht weiter erkunden und herausfinden, ob ihre Annahmen überhaupt stimmen.

Fachkräfte haben unerkannte Fähigkeiten, mit denen Sie eine neue Laufbahn einschlagen könnten

Noch mal zur Erinnerung: 24% aller Studienteilnehmer der Universität Phoenix glauben, dass Ihnen das notwendige Wissen für die Jobs fehlt. Diese Ergebnisse lassen aber anderes vermuten.

Mehr als ein Viertel aller Studienteilnehmer haben schon Fähigkeiten, die für solche Positionen von Nutzen sind. 35% verfügen über Fachwissen in Softwareentwicklung, während 33% Erfahrung in Programmieren vorweisen können.

Diese Ergebnisse zeigen, dass es qualifizierte Fachkräfte gibt, die den Fachkräftemangel im Bereich Cybersicherheit schließen können, den die meisten Unternehmen beklagen. Aber viele Personen sind sich ihrer Fähigkeiten einfach nicht bewusst.

Unternehmen sind auf Bedrohungen nicht ausreichend eingestellt

Und warum ist das alles ein Problem?

Cybersicherheitsangriffe haben immer größere Auswirkungen (wie an den unzähligen Nachrichten zu sehen ist, die von zahlreichen Datenverlusten und Cybergefahren berichten) und in den meisten Branchen und Unternehmen gibt es einen Mangel an Fachwissen rund um Cybersicherheit (wie in der Studie von der Universität Phoenix verdeutlicht wird). Sowohl Unternehmen als auch Konsumenten werden so möglichen Gefahren ausgesetzt.

Eine unabhängige Umfrage unter IT Experten hat gezeigt, dass sogar sie glauben, dass immer mehr Unternehmen sich nicht gegen umfangreiche Angriffe wehren könnten. Vor drei Jahren haben der Aussage 9% zugestimmt, aber laut der neuesten Statistik von Mai 2018, ist die Zahl auf 18% gestiegen.

Ein kürzlicher Bericht des Weißen Hauses hat herausgefunden, dass Cyberangriffe die Vereinigten Staaten 2016 bis zu $109 Milliarden gekostet haben, und sagt voraus, dass die Kosten steigen könnten, da mehr und mehr koordinierte Angriffe auf öffentliche und private Einheiten durchgeführt werden. Der Bericht stellte fest, dass speziell Länder wie China und Russland Nationen angreifen um „industrielle Spionage“ durchzuführen, und merkte an, dass wenn Angreifer Infrastrukturen lahmlegen, auch die allgemeine Wirtschaft darunter leiden kann.

Wie können Unternehmen und weiterbildende Institutionen reagieren?

Die Statistiken zeigen, dass die empfundenen Einstiegshürden für eine Karriere in Cybersicherheit ein großer Faktor sind, weshalb Kandidaten annehmen, dass die Branche nicht für sie geeignet ist. Zunächst einmal denken viele – unbegründet – dass Sie die notwendigen Fähigkeiten nicht vorweisen können. Dazu kommt, dass die Umfrageteilnehmer sich genauere Informationen wünschen, um ihre Karriereoptionen in Cybersicherheit besser einschätzen zu können.

Unternehmen die Experten in Cybersicherheit einstellen, sowie Vertreter von Trainingsprogrammen, die Personen für zukünftige Arbeiten ausstatten müssen mehr tun, um Leute darin zu bestärken, dass Sie fähiger im Bereich Cybersicherheit sind, als sie denken.

Auch ohne die notwendigen Fachkenntnisse, ist eine Fortbildung in dem Bereich sinnvoll, da Daten aus 2018 zeigen, dass viele Cybersicherheitsexperten mehr als $100.000 pro Jahr verdienen. Auch über die Einkommensperspektiven hinaus zeigt die Onlinelandschaft eine wachsende Nachfrage nach gut ausgebildeten Personen. Jobpositionen wie diese werden also auch in den kommenden Jahren gefragt sein.

Personalvermittler für Cybersicherheit könnten mit Unternehmen oder Ausbildungsstätten zusammenarbeiten, um Leuten die Gründe zu verdeutlichen, warum sich ein Blick in die Branche lohnt. Es ist auch wichtig Leuten Informationsquellen zu Cybersicherheit aufzuzeigen. Mit regelmäßiger Teilnahme an Job- und Fortbildungsveranstaltungen können Cybersicherheitsexperten einen guten Anfang machen.

Wenn Unternehmensführer und Vorstandsmitglieder davon überzeugt sind, wie wichtig gute Cybersicherheit ist, kann dies dazu führen, dass mehr Positionen und Möglichkeiten in Cybersicherheit entstehen. Verschiedene Regulierungsbehörden haben schon wichtige Schritte eingeleitet: Im Juni hat das Center for Audit Quality (CAQ) neue Materialien freigegeben, damit diese für die Verwaltung von Daten und Cybersicherheitsgefahren in Vorstandsebenen genutzt werden können.

Wenn die Entwicklung und Nutzung von solchen Hilfestellungen für Entscheidungsträger gefördert werden, können Unternehmen die Cybersicherheitsmentalität im Unternehmen von oben vorleben. Dadurch wird deutlich, welche Sicherheitspositionen und -lücken im Unternehmen gefüllt werden müssen.

Außerdem können Unternehmen so Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter mit IT-Wissen bieten, die sich auf Cybersicherheit spezialisieren wollen.

Einsatz auf vielen Ebenen

Es gibt nicht die eine Lösung, um die Lücke von fehlendem Cybersicherheitswissen von heute auf morgen zu schließen und Leute auf die Karrieremöglichkeiten in dem Bereich aufmerksam zu machen. Mit gezieltem Einsatz kann das Problem aber angegangen werden, und wesentliche Ergebnisse erzielt werden.

Anmerkung von GlobalSign: Falls Sie nach diesem Blog über eine Karriere in Cybersicherheit nachdenken, besuchen Sie doch GlobalSigns Karriereseite. Wir stellen in verschiedenen Bereichen ein!

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