GlobalSign Blog

17 Dez 2019

6 Best Practices zum Datenschutz für Freiberufler

Als Freiberufler kann es schwierig sein, Ihr Bedürfnis nach Datenschutz mit Ihrem Wunsch, Arbeit zu erhalten, in Einklang zu bringen. Oftmals stellen sich so viele Fragen:

Sollten Sie personenbezogene Daten, mit denen Sie identifiziert werden können (z. B. Ihre ID, SVN usw.), an potenzielle Kunden weitergeben?

Wenn es um Ihren Datenschutz geht, gehen Sie mit freiberuflichen Kunden so um, wie Sie es mit einem Arbeitgeber tun würden?

Was passiert, wenn ein Unhold Ihre Identität missbraucht und - zusammen mit dazugehörigen Erfahrungen, Sozialnachweisen und Arbeitsproben - sich dazu entschließt, unter Ihrem Namen eine Arbeit als Freiberufler zu suchen?

Dies sind Themen, mit denen Sie sich früher oder später auseinandersetzen müssen, und als Freiberufler Wert auf Datenschutz zu legen, ist in einer Online-Welt voller Betrug, Hacks und Diebstähle unerlässlich. Aber wo sollen Sie ansetzen? Wenn Sie diese 6 Best Practices zum Datenschutz befolgen, sind Sie als Freiberufler viel sicherer.

1. Behalten Sie Ihren Namen und Ihre Marke online im Auge, um sich vor Identitätsdiebstahl zu schützen.

Eine der größten Bedrohungen für den Datenschutz, mit denen Sie als Freiberufler zu kämpfen haben, ist der Diebstahl Ihrer Identität. Untersuchungen von Javelin Strategy & Research zeigen, dass es 2017 allein 16,7 Millionen Opfer von Identitätsbetrug gab, und diese gestohlenen Identitäten wurden verwendet, um Menschen um 16,8 Milliarden Dollar zu betrügen.

Identitätsdiebstahl ist ein großes Problem - vor allem für Freiberufler. Da es so einfach ist, Informationen online zu finden, kann jemand schnell eine Suche nach Ihnen durchführen, Ihre Identität stehlen und diese nutzen, um sich selbst einen großen Vorteil im Umgang mit anderen Kunden zu verschaffen. Dies bedeutet, dass eine beliebige, unbekannte Person sofort behaupten kann, Sie zu sein und Ihre jahrelange Erfahrung, Ihre Glaubwürdigkeit, Ihren Social Proof und sogar Ihren Standort für die Arbeitssuche als Freiberufler nutzen kann. Fragen Sie doch mal diese Freiberuflerin, deren Identität von einer Bangladescherin gestohlen wurde. Mit ihrer Identität konnte sich die Bangladescherin als Freiberuflerin aus Amerika mit Englisch als Muttersprache ausgeben und dann die Gelegenheit nutzen, mehr Jobs zu bekommen. Ein wahrer Albtraum.

Leider können Sie sich, egal wie sehr Sie es versuchen, nicht 100 %ig vor Identitätsdiebstahl schützen. Sie können sich jedoch viel sicherer machen, indem Sie Folgendes tun:

  • Überwachen Sie regelmäßig Ihren Namen und Ihre Marke online. Richten Sie mithilfe von Diensten wie Google Alerts und Mention Warnmeldungen ein, um die Erwähnungen Ihres Namens, Ihrer Marke und Ihrer Schlagworte online automatisch zu verfolgen. Wenn Sie merken, dass etwas auf Sie zurückfällt, das Sie nicht erstellt oder autorisiert haben, verfolgen Sie es schnell und lassen Sie es entfernen, bevor es zu einer größeren Bedrohung wird.
  • Eine DMCA Notice verfassen. Für den Fall, dass Sie feststellen, dass sich jemand für Sie ausgibt, indem er Ihre Identität auf seiner Website oder auf einer Jobbörse für Freiberufler verwendet, um sich Kunden zu sichern, können Sie eine DMCA Takedown Notice verfassen, um ihn zu zwingen, Ihre Materialien zu entfernen (wie z. B. Ihre Bilder, Arbeitsproben oder andere Inhalte, die Sie erstellt haben, und für die Sie das Urheberrecht beanspruchen können).

Mit ein wenig Aufmerksamkeit und Kontrolle können Sie sich selbst einen Vorteil verschaffen und die Leute stoppen, die planen, Ihre Identität für sich zu nutzen, bevor weiterer Schaden angerichtet wird.

2. Seien Sie vorsichtig bei der Installation von Fremdsoftware, die von einem potenziellen Kunden empfohlen wird.

Wenn ein potenzieller Kunde angibt, dass Sie Fremdsoftware installieren müssen, bevor er mit Ihnen zusammenarbeiten kann, ist es wichtig, dass Sie Ihre eigenen unabhängigen Untersuchungen durchführen, um sicherzustellen, dass Sie keine Malware oder andere bösartige Software installieren, die dazu bestimmt ist, Ihre Daten zu stehlen.

Es gab in der Vergangenheit Situationen, in denen Kriminelle behaupteten, ein potenzieller Arbeitgeber zu sein, der nach einem Freiberufler sucht, und den Freiberufler dann aufforderten, eine Remote-Management-App zu installieren, nur um die App als Möglichkeit zu nutzen, das Gerät des Freiberuflers zu übernehmen, die Daten des Freiberuflers zu stehlen und den Freiberufler sogar zu betrügen.

Wenn Sie wirklich Fremdsoftware installieren müssen, untersuchen Sie diese unabhängig und stellen Sie sicher, dass Sie sie nur von einer offiziellen Quelle installieren. Viele Entwickler schützen ihre Arbeit mit einem Code Signing Zertifikat. Dieses Zertifikat wird von einer Zertifizierungsstelle oder CA wie GlobalSign ausgestellt und dient als Garantie dafür, dass die Software authentisch ist und seit ihrer Veröffentlichung nicht verändert wurde.

3. Überlegen Sie es sich gut, bevor Sie eine Identifikation oder Dokumentation an Kunden senden.

Wenn ein unabhängiger Arbeitgeber, der sich nur hinter einer E-Mail-Adresse und einem Skype-Konto versteckt, Sie auffordert, wichtige Dokumente oder Informationen wie Ihren Personalausweis oder Ihre Sozialversicherungsnummer anzugeben, sollten Sie äußerst vorsichtig vorgehen.

Wenn Sie "potenziellen Kunden" unvorsichtig wichtige Informationen und Unterlagen zur Verfügung stellen, die Sie identifizieren, können Sie leicht zum Opfer von Identitätsdiebstahl werden - oder diese Dokumente und Informationen können mit versiertem Social Engineering dazu verwendet werden, auf Ihre Bankkonten zuzugreifen und Sie zu hintergehen.

4. Ignorieren Sie nicht die Grundlagen der Online-Sicherheit.

Oftmals können sehr kleine Dinge sehr viel ausmachen. Sie sollten die folgenden Grundlagen der Online-Sicherheit sorgfältig beachten:

    • Nutzen Sie das Internet niemals auf Computern, auf denen keine Antiviren-, Antimalware- und Firewall-Software installiert ist. Wenn Sie dies tun, besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass ein Hacker eine Malware oder einen Keylogger installiert, die Sie belauschen.
    • Als Freiberufler wird es mehr als ein paar Mal vorkommen, dass Sie in einem öffentlichen Netzwerk arbeiten müssenin einem Café, auf dem Arbeitsweg, in einem Restaurant, Hotel oder anderswo. Geben Sie in solchen Fällen niemals sensible Daten auf einer Website ein, ohne ein VPN zu verwenden.
    • Aktivieren Sie die Verschlüsselung auf allen Ihren Geräten.
    • Stellen Sie sicher, dass Sie Apps und Software auf Ihren Geräten regelmäßig updaten.

5. Seien Sie immer auf Phishing-Versuche vorbereitet.

Sie sollten auch vorsichtig sein, wenn Sie versuchen, sich auf Websites einzuloggen, bei denen Sie sensible Daten eingeben müssen. Ein paar Tipps:

    • Vermeiden Sie die Eingabe sensibler Daten auf Websites, auf die über Links zugegriffen wird, die von einem unbekannten Dritten per E-Mail oder IM gesendet wurden. Wenn möglich, ist es besser, die URL der Website manuell in Ihren Browser einzugeben, statt auf einen Link zu klicken.
    • Achten Sie bei wichtigen Websites, für die ein Login erforderlich ist, sorgfältig darauf, dass in der Browserleiste ein Vorhängeschloss oder ein Secure Site Seal angezeigt wird, und dass die URL tatsächlich korrekt ist und nicht eine modifizierte Version der eigentlichen Website.
    • Aktivieren Sie die Anti-Phishing-Funktion Ihrer Antivirensoftware (falls verfügbar) oder installieren Sie Chrome-Erweiterungen wie diese von Microsoft, um sich vor Phishing-Versuchen zu schützen.

6. Trennen Sie Ihr Privatleben von Ihrem Berufsleben.

Obwohl Sie ein Freiberufler sind, der remote arbeitet, ist es wichtig, nicht zu vergessen, dass Sie immer noch eine Geschäftsperson sind. Daher ist es wichtig, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um Ihr Privatleben privat zu halten:

    • Verwenden Sie nicht dieselben Social-Media-Profile für Ihr freiberufliches Unternehmen. Es ist nicht ideal, wenn Kunden sich über Ihr privates Facebook-Konto verbinden. Erstellen Sie stattdessen eine Facebook-Seite für Ihr freiberufliches Unternehmen und lassen Sie Ihre Kunden sich dort mit Ihnen verbinden.
    • Überprüfen Sie die Datenschutzeinstellungen Ihrer Konten in sozialen Netzwerken. Diese Websites geben möglicherweise mehr Informationen über Sie preis, als Sie zu teilen beabsichtigen.
    • Verwenden Sie Ihre private E-Mail-Adresse nicht für geschäftliche Aktivitäten. Erstellen Sie eine separate, berufliche E-Mail-Adresse, die ausschließlich für die freiberufliche Arbeit bestimmt ist, und stellen Sie sicher, dass sich das Passwort von dem Ihrer Haupt-E-Mail-Adresse unterscheidet.

Der Kampf um Datenschutz im Internet ist ein ständiger Kampf, aber Sie sollten zusätzliche Maßnahmen ergreifen, wenn Ihr Lebensunterhalt von Ihrer Identität im Internet abhängt. Als Freiberufler ersparen Sie sich durch die Beachtung der oben genannten Best Practices zum Datenschutz unnötige Sorgen.

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